🛫 Die Organisationsentwicklung selbst in die Hand nehmen – die Pilotgruppe Telekom Partner
Michaele Bach-Neuhaus und Lara Nachtsheim haben mit der Pilotgruppe einen Open Space vorbereitet
đź’ˇ Was ist eigentlich eine Pilotgruppe?
Eine Pilotgruppe ist der repräsentative Querschnitt einer Organisation /Organisationeinheit, die nach der ARE IN Formel* besetzt wird. Diese Gruppe erhält ein Mandat, mit dem Auftrag auf dieser Basis den Weg der Transformation zu erarbeiten, in die Organisation zu bringen und diesen Weg zu begleiten.
Michaele begleitet zusammen mit Lara von den Kommunikationslosten als Facilitatorin seit über einem Jahr die Pilotgruppe Telekom Partner, mit dem Auftrag, einen Weg zu entwerfen und zu begleiten, durch den die Partnerbetreuung neu erfunden wird. Eine Pilotgruppen-Begleitung ist eine intensive Erfahrung und lässt sich im Grunde gar nicht auf kurze Aussagen reduzieren. Wir versuchen es trotzdem!
đź’ˇ Wie kommen die Teilnehmer der Pilotgruppe miteinander klar?
Ein Prinzip ist bei dieser Arbeit „community building first – decision making second”. Das heißt, wir haben viel Zeit in das „community building“ gesteckt, um eine community zu bilden und fest zu etablieren, in der die Teilnehmenden zuhören, offen und ehrlich diskutieren, unterschiedliche Meinungen ausgesprochen werden und kontroverse Ansichten sehr wertvoll sind. Und das ist uns definitiv sehr gut gelungen.
đź’ˇ Was machen eigentlich die Facilitatorinnen bei einer Pilotgruppe?
Wir als Facilitatorinnen sind die Begleiter des Prozesses mit dem Ziel, die Kreativität und das Wissen der Gruppe zu Tage zu fördern. Dafür haben wir viele Dinge im Gepäck wie z. B. Struktur-/ Agenda-Angebote, Denkmodelle, Methodik, Impulse, Inspirationen und reflektierende Fragestellungen. Dabei halten wir uns aber nicht immer akribisch an festgelegte Abläufe, sondern gehen flexibel auf den Bedarf der Gruppe ein – frei nach dem Motto „Störungen haben Vorrang.“
đź’ˇ Was war eine entscheidende oder bemerkenswerte Situation im Verlauf der Pilotgruppe?
Ein erstes wegweisendes Momentum war das gemeinsame Anschauen des Films von Götz Werner „Schlüsselmomente“. Hier haben die Teilnehmenden erfahren und gelernt, dass es – mit viel Erfolg - auch anders geht. Auf YouTube haben wir einen ebenso spannenden Beitrag von Götz Werner gefunden: „Die Treppe muss von oben gefegt werden.“
Ein weiterer sehr bewegender Moment war die von der Pilotgruppe organisierte und selbst gestaltete GroĂźgruppen Veranstaltung, bei der sie ihre Erkenntnisse in die gesamte Organisation getragen haben und die bei der gesamten Organisation gut angenommen und verstanden worden sind.
💡💡 Fazit: die Begleitung von Pilotgruppen erfordert viel Disziplin, Geduld, Demut und Intuition und einen engen Dialog mit dem / der Auftraggeber:in / Mandatsgeber:in (bestenfalls Teil der Pilotgruppe). Das kann auch schonmal schwierig werden, wie in diesem Artikel beschrieben ist (der gesamte Artikel kann auf Wunsch angefordert werden). In jedem Fall ist die Lernkurve hoch und auch wir als Facilitator:innen können immer wieder lernen.
*ARE IN-Formel
A = Authorities: Menschen, die die Entscheidungen treffen
R = Ressouces: Menschen, die Budget und / oder Zeit bereitstellen können
E = Experts: Menschen, die sich inhaltlich mit der Fragestellung auskennen
I = Information: Menschen, die darüber hinaus Informationen und Beiträge liefern können
N = Need to be involved: Menschen, die mit den Auswirkungen der Fragestellung zu tun haben.